{"id":184,"date":"2025-10-02T09:31:11","date_gmt":"2025-10-02T09:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/nachbarrecht-aargau.ch\/?page_id=184"},"modified":"2025-10-02T09:31:11","modified_gmt":"2025-10-02T09:31:11","slug":"laerm","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/nachbarrecht-aargau.ch\/index.php\/laerm\/","title":{"rendered":"L\u00e4rm"},"content":{"rendered":"<p id=\"zitat-title-30200\" class=\"transition-max-height max-h-[450px] overflow-y-hidden aphoinhalt\"><em>&#8222;L\u00e4rm, moderne Folter!&#8220; (Manfred Hinrich, Philosoph und Schriftsteller)<\/em><\/p>\n<p>L\u00e4rm ist als Einwirkung im Sinne des Umweltschutzrechts und des Nachbarrechts ein zu beurteilender Schall, der von einer Quelle ausgeht (Emission) und am Ort des Einwirkens (Immission) auf Personen oder Sachen trifft. Juristisch wird L\u00e4rm nach Quelle (Anlagekategorie), Mess- und Beurteilungsgr\u00f6ssen sowie Zumutbarkeit (Grenzwerte, \u00f6rtliche Verh\u00e4ltnisse, Zeitlage) eingeordnet. \u00d6ffentlich-rechtlich dominieren <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwjq3NKVmoWQAxUi8LsIHegiGoEQFnoECCAQAQ&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.fedlex.admin.ch%2Feli%2Fcc%2F1984%2F1122_1122_1122%2Fde&amp;usg=AOvVaw2dSXy9mrEFKtzXWjkuvstt&amp;opi=89978449\">USG<\/a>\/<a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwjp04WfmoWQAxVX87sIHZwDFggQFnoECBkQAQ&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.fedlex.admin.ch%2Feli%2Fcc%2F1987%2F338_338_338%2Fde&amp;usg=AOvVaw1Ffcwd8OHcExrrRuFuVFP9&amp;opi=89978449\">LSV<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;ved=2ahUKEwjG8tmqmYWQAxWIgf0HHXwcHWcQFnoECAoQAQ&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.bafu.admin.ch%2Fdam%2Fbafu%2Fde%2Fdokumente%2Flaerm%2Fuv-umwelt-vollzug%2Fbaulaerm-richtliniestand2011.pdf.download.pdf%2Fbaulaerm-richtliniestand2011.pdf&amp;usg=AOvVaw3KgmAXjFNThhpn4g8LdLsw&amp;opi=89978449\">die Baul\u00e4rm-Richtlinie des BAFU<\/a> und <a href=\"https:\/\/nachbarrecht-aargau.ch\/index.php\/polizeireglemente\/\">Polizeireglemente<\/a> der Gemeinden; privatrechtlich greifen die Immissionsregeln des ZGB. Weitere n\u00fctzliche Links finden Sie <a href=\"https:\/\/nachbarrecht-aargau.ch\/index.php\/category\/laerm\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Begriff und Systematik<br \/>\n&#8211; Einwirkungen: L\u00e4rm gilt als Einwirkung neben Luftverunreinigungen, Ersch\u00fctterungen etc.; dem L\u00e4rm sind Infra- und Ultraschall gleichgestellt. Emission ist der Austritt an der Quelle, Immission die Einwirkung am Ort des Betroffenen (Art. 7 Abs. 1 USG, Art. 7 Abs. 2 USG, Art. 7 Abs. 4 USG).<br \/>\n&#8211; Immissionsgrenzwerte: Der Bundesrat legt Grenzwerte fest; sie sollen sicherstellen, dass Immissionen unterhalb der Grenzwerte das Wohlbefinden nicht erheblich st\u00f6ren, wobei empfindliche Personengruppen zu ber\u00fccksichtigen sind (Art. 13 Abs. 1 USG, Art. 13 Abs. 2 USG, Art. 15 USG).<br \/>\n&#8211; Vorsorge- und Versch\u00e4rfungsprinzip: Emissionen sind an der Quelle zu begrenzen, unabh\u00e4ngig von der bestehenden Belastung so weit, wie technisch\/betrieblich m\u00f6glich und wirtschaftlich tragbar; bei sch\u00e4dlichen oder l\u00e4stigen Einwirkungen werden Begrenzungen versch\u00e4rft (Art. 11 Abs. 1 USG, Art. 11 Abs. 2 USG, Art. 11 Abs. 3 USG). Instrumente zur Emissionsbegrenzung sind namentlich Emissionsgrenzwerte, Bau-\/Ausr\u00fcstungsvorschriften, Verkehrs-\/Betriebsvorschriften; sie werden durch Verordnungen bzw. Verf\u00fcgungen angeordnet (Art. 12 Abs. 1 USG, Art. 12 Abs. 2 USG). F\u00fcr bewegliche Ger\u00e4te konkretisiert Art. 4 LSV diese Pflichten (Art. 4 Abs. 1 LSV, Art. 4 Abs. 2 LSV, Art. 4 Abs. 4 LSV).<br \/>\n&#8211; Privatrechtliche Einordnung: Nachbarrecht verbietet \u00fcberm\u00e4ssige Einwirkungen (u.a. L\u00e4rm\/Schall); verboten sind insbesondere sch\u00e4dliche und nach Lage\/Beschaffenheit oder Ortsgebrauch nicht gerechtfertigte Einwirkungen. Damit entstehen Unterlassungs-\/Beseitigungs- und ggf. Schadenersatzanspr\u00fcche, wobei die \u00dcberm\u00e4ssigkeit einzelfallbezogen zu beurteilen ist (Art. 684 Abs. 1 ZGB, Art. 684 Abs. 2 ZGB).<\/p>\n<p>Einordnung nach Anlagen- und L\u00e4rmarten (LSV)<br \/>\nDie LSV regelt die Ermittlung und Beurteilung von Aussenl\u00e4rmimmissionen je nach Quelle mittels Belastungsgrenzwerten (Planungswerte, Immissionsgrenzwerte, Alarmwerte) und spezifischen Berechnungsregeln; die Vollzugsbeh\u00f6rde beurteilt danach (Art. 40 Abs. 1 LSV, Art. 40 Abs. 2 LSV, Art. 40 Abs. 3 LSV). Wesentliche Kategorien:<\/p>\n<p>&#8211; Strassenverkehrsl\u00e4rm: Anhang 3 mit Planungs-, Immissions- und Alarmwerten differenziert nach Empfindlichkeitsstufen I\u2013IV, Tag\/Nacht; kombinierter Beurteilungspegel aus Motorfahrzeug- und Bahnl\u00e4rm auf Strassen mit definierten Pegelkorrekturen und Verkehrsmengenmethodik (Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV).<br \/>\n&#8211; Eisenbahnl\u00e4rm: Anhang 4; Planungs-\/Immissions-\/Alarmwerte gleich strukturiert; Beurteilung getrennt f\u00fcr Fahr- und Rangierl\u00e4rm mit spezifischen Pegelkorrekturen f\u00fcr H\u00e4ufigkeit\/H\u00f6rbarkeit von impulshaften\/tonhaltigen Ereignissen (Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV).<br \/>\n&#8211; Flugl\u00e4rm ziviler Flugpl\u00e4tze: Anhang 5; verschiedene Beurteilungspegel (Lrk f\u00fcr Kleinluftfahrzeuge, Lrt\/Lrn f\u00fcr Gesamtverkehr mit Grossflugzeugen) mit Methodik zur Ermittlung von Flugbewegungszahlen und Pegelkorrekturen; separate Grenzwerte f\u00fcr Helikopterflugpl\u00e4tze in max (Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV).<br \/>\n&#8211; Industrie-\/Gewerbel\u00e4rm und gleichgestellte Anlagen: Anhang 6 regelt L\u00e4rm von Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft, Umschlag, Betriebsarealverkehr, Parkh\u00e4user\/Parkpl\u00e4tze, HLK-Anlagen; Beurteilungspegel wird \u00fcber L\u00e4rmphasen, Mittelungspegel und Pegelkorrekturen f\u00fcr Ton- und Impulsgehalt sowie Dauer berechnet; spezifisch z.B. Luft\/Wasser-W\u00e4rmepumpen (Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV).<br \/>\n&#8211; Zivile Schiessanlagen: Anhang 7; Grenzwerte nach Empfindlichkeitsstufen; Beurteilung \u00fcber Einzelschusspegel und Pegelkorrektur basierend auf Schiesshalbtagen und Schusszahlen; Sonderregime f\u00fcr \u00f6ffentliche Anlagen mit sehr tiefem Ki (Art. 40 Abs. 1 anhang 7 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 7 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 7 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 7 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 7 LSV).<br \/>\n&#8211; Milit\u00e4rflugpl\u00e4tze: Anhang 8; Zusammenf\u00fchrung milit\u00e4rischem und zivilem Flugl\u00e4rm mit definierten Pegelkorrekturen und Ermittlung der Flugbewegungszahlen (Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV).<br \/>\n&#8211; Milit\u00e4rischer Schiessl\u00e4rm: Anhang 9 mit eigener Formel \u00fcber Schallereignispegel, Beurteilungszeit und Korrekturen (Art. 40 Abs. 1 anhang 9 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 9 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 9 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 9 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 9 LSV).<\/p>\n<p>Bewertungskriterien und Messgr\u00f6ssen<br \/>\n&#8211; Typische Messgr\u00f6ssen: A\u2011bewerteter Mittelungspegel Leq, Beurteilungspegel Lr, Pegelkorrekturen f\u00fcr Ton-\/Impulsgehalt, H\u00e4ufigkeit\/H\u00f6rbarkeit; Zeitliche Differenzierung Tag\/Nacht je nach Anhang; Addition mehrerer gleichartiger Quellen (Summation) kann Grenzwerte \u00fcberschreiten (Art. 40 Abs. 1 LSV, Art. 40 Abs. 2 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV).<br \/>\n&#8211; Fehlen spezifischer Grenzwerte: Beurteilung nach Art. 15 USG; heranzuziehen sind u.a. Planungs-\/Alarmwerte, Art, Zeitpunkt, H\u00e4ufigkeit, L\u00e4rmtyp, Vorbelastung und besondere Schutzbed\u00fcrftigkeit; ganzheitliche Einzelfallpr\u00fcfung (Art. 40 Abs. 3 LSV, Art. 15 USG, OLK, N. 1 zu Art. 15 USG).<br \/>\n&#8211; Wahrnehmungsdimensionen: Neben Pegeln ber\u00fccksichtigt das Recht den Ton- und Impulsgehalt, Ereignisspitzen und Nachtst\u00f6rungen; Gerichte und Fachstellen st\u00fctzen sich teils auch auf Bel\u00e4stigungsforschung zur Bewertung n\u00e4chtlicher St\u00f6rungen (z.B. Kriterien zu Einschlafst\u00f6rungen, Aufwecken durch Spitzenpegel), was in der Praxis bei der Interpretation hilft (BGE 126 II 300 E. 4b, AC.2001.0101 23).<\/p>\n<p>Zumutbarkeit und Nachbarrecht (Privatrecht)<br \/>\n&#8211; \u00dcberm\u00e4ssigkeit: Massstab ist die sch\u00e4dliche oder nicht gerechtfertigte Einwirkung nach Lage\/Beschaffenheit\/Ortsgebrauch; L\u00e4rm ist ausdr\u00fccklich genannt. Rechtsfolgen: Unterlassung\/Beseitigung, ggf. Schadenersatz. Die Beurteilung ist kontextabh\u00e4ngig; Grenzwerte aus \u00f6ffentlichem Recht sind nicht automatisch dispositiv, aber stark indiziell f\u00fcr Zumutbarkeit. Das Gericht hat Ermessensspielraum; Ortsgebrauch und konkrete Umst\u00e4nde sind zentral (Art. 684 Abs. 1 ZGB, Art. 684 Abs. 2 ZGB).<br \/>\n&#8211; Stockwerkeigentum: Im Rahmen der Sonderrechte d\u00fcrfen andere nicht beeintr\u00e4chtigt werden; bei Auslegung wird auf Nachbarrecht verwiesen, sodass auch interne L\u00e4rmfragen daran zu messen sind (Art. 712a Abs. 1 ZGB, Art. 712a Abs. 2 ZGB, Art. 712a Abs. 3 ZGB, OLK, N. 1 zu Art. 712a ZGB).<\/p>\n<p>Beh\u00f6rdliche Anordnungen und Kostenfolgen<br \/>\n&#8211; Sanierungspflichten: Bei ortsfesten Anlagen mit wesentlichem Beitrag zur \u00dcberschreitung der Immissionsgrenzwerte ordnet die Vollzugsbeh\u00f6rde Sanierungen an; Vorrang f\u00fcr Massnahmen an der Quelle; Ausnahmen in bestimmten Planungs-\/Bausituationen (Art. 13 Abs. 1 LSV, Art. 13 Abs. 2 LSV, Art. 13 Abs. 3 LSV, Art. 13 Abs. 4 LSV).<br \/>\n&#8211; Schallschutz an Geb\u00e4uden: Bei \u00f6ffentlichen oder konzessionierten Anlagen und gew\u00e4hrten Erleichterungen k\u00f6nnen Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer zu Fenster-Schalld\u00e4mmung verpflichtet werden, mit M\u00f6glichkeit, alternative bauliche Massnahmen zu treffen; Ausnahmen, wenn keine wahrnehmbare Verbesserung oder \u00fcberwiegende Schutzinteressen entgegenstehen (Art. 15 Abs. 1 LSV, Art. 15 Abs. 2 LSV, Art. 15 Abs. 3 LSV).<br \/>\n&#8211; Kostentragung: Grunds\u00e4tzlich tr\u00e4gt der Inhaber neuer oder wesentlich ge\u00e4nderter Anlagen die Kosten der Emissionsbegrenzungen; bei Schallschutzmassnahmen an Geb\u00e4uden tr\u00e4gt der Anlageninhaber zudem orts\u00fcbliche Kosten f\u00fcr Planung, Fensterd\u00e4mmung etc.; bei mehreren Anlagen werden Kosten entsprechend dem Beitragsanteil aufgeteilt; Unterhalt und Erneuerung der Schallschutzmassnahmen am Geb\u00e4ude tr\u00e4gt der Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer. F\u00fcr Sanierungen bestehen parallele Regelungen einschliesslich Kostentragung f\u00fcr \u00f6ffentliche\/konzessionierte Anlagen (Art. 11 Abs. 1 LSV, Art. 11 Abs. 2 LSV, Art. 11 Abs. 3 LSV, Art. 11 Abs. 4 LSV, Art. 11 Abs. 5 LSV, Art. 16 Abs. 1 LSV, Art. 16 Abs. 2 LSV, Art. 16 Abs. 3 LSV, Art. 16 Abs. 4 LSV).<\/p>\n<p>Planung<br \/>\n&#8211; F\u00fcr die Planung neuer Bauzonen und den Schutz vor neuen l\u00e4rmigen ortsfesten Anlagen legt der Bundesrat Planungswerte unterhalb der Immissionsgrenzwerte fest; diese steuern raumplanerische Entscheidungen und Bewilligungsverfahren (Art. 23 USG).<\/p>\n<p>Praktische Einordnung f\u00fcr Mandat<br \/>\n&#8211; Schrittweise Analyse:<br \/>\n1) Quelle identifizieren und Anlagentyp zuordnen (Strasse, Bahn, Flugplatz, Industrie\/Gewerbe, HLK, Schiessen, Milit\u00e4r). Dadurch bestimmen sich Anhang und Grenzwerte\/Methodik (Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 7 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 8 LSV).<br \/>\n2) Immissionssituation ermitteln (Messung\/Modellierung Leq\/Lr, Zeitfenster Tag\/Nacht, Ton-\/Impulsgehalt, Verkehrsmengen\/Betriebsdaten) nach einschl\u00e4giger LSV-Methodik (Art. 40 Abs. 1 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV).<br \/>\n3) Vergleich mit Planungs-, Immissions- und Alarmwerten, inklusive Summation gleichartiger Quellen (Art. 40 Abs. 1 LSV, Art. 40 Abs. 2 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 3 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 4 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 6 LSV, Art. 40 Abs. 1 anhang 5 LSV).<br \/>\n4) Bei fehlenden Grenzwerten: Einzelfallbeurteilung nach Art. 15 USG unter Ber\u00fccksichtigung Empfindlichkeit, Zeitlage, H\u00e4ufigkeit, Vorbelastung, Ortsgebrauch und allf\u00e4lliger Bel\u00e4stigungsindikatoren (Art. 40 Abs. 3 LSV, Art. 15 USG, OLK, N. 1 zu Art. 15 USG).<br \/>\n5) Rechtsfolgen: \u00f6ffentlich-rechtlich Antr\u00e4ge auf Anordnung von Emissionsbegrenzungen\/Sanierung, bzw. Schallschutz; privatrechtlich Anspr\u00fcche aus Art. 684 ZGB auf Unterlassung\/Beseitigung\/Schadenersatz bei \u00fcberm\u00e4ssiger Einwirkung (Art. 11 Abs. 1 USG, Art. 13 Abs. 1 LSV, Art. 13 Abs. 2 LSV, Art. 13 Abs. 3 LSV, Art. 15 Abs. 1 LSV, Art. 684 Abs. 1 ZGB, Art. 684 Abs. 2 ZGB).<br \/>\n6) Kosten- und Zust\u00e4ndigkeitsfragen fr\u00fch kl\u00e4ren (Anlageninhaber tr\u00e4gt Emissions-\/Sanierungskosten; besondere Regeln bei \u00f6ffentlichen\/konzessionierten Anlagen; Verteilung bei mehreren Quellen) (Art. 11 Abs. 1 LSV, Art. 16 Abs. 1 LSV, Art. 16 Abs. 2 LSV, Art. 16 Abs. 3 LSV).<\/p>\n<p>Hinweis zu Spezialbereichen<br \/>\n&#8211; Bewegliche Ger\u00e4te ausserhalb ortsfester Anlagen: Begrenzung durch Bau-\/Ausr\u00fcstung sowie Verkehrs-\/Betriebsvorschriften; Verordnungs- oder Verf\u00fcgungsweg; Gerichts- und Lehrmeinung betonen die Beschr\u00e4nkung der direkt aus USG ableitbaren Massnahmen auf diese Instrumente (BGE 126 II 300 E. 4b, Art. 12 Abs. 1 USG, Art. 12 Abs. 2 USG, Art. 4 Abs. 1 LSV, Art. 4 Abs. 2 LSV).<br \/>\n&#8211; Gleichstellung von Betriebsfl\u00e4chen mit Anlagen: Auch l\u00e4rmintensive Betriebsbereiche und Verkehrsfl\u00e4chen eines Industriegeb\u00e4udes sind Anlagen i.S.v. USG\/LSV, womit die \u00f6ffentlich-rechtlichen L\u00e4rmvorschriften greifen (Art. 7 Abs. 7 USG, OLK, N. 4 zu Art. 7 USG).<\/p>\n<p>Zusammengefasst: L\u00e4rm wird juristisch als (meist sch\u00e4dliche oder l\u00e4stige) Immission klassifiziert, deren Zul\u00e4ssigkeit anhand quellen- und kontextbezogener Grenzwerte und Kriterien beurteilt wird. Die Steuerung erfolgt prim\u00e4r \u00fcber \u00f6ffentlich-rechtliche Emissionsbegrenzungen und Immissionsgrenzwerte (USG\/LSV) sowie erg\u00e4nzend \u00fcber privatrechtliche Nachbarrechtsanspr\u00fcche bei \u00fcberm\u00e4ssiger Einwirkung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;L\u00e4rm, moderne Folter!&#8220; (Manfred Hinrich, Philosoph und Schriftsteller) L\u00e4rm ist als Einwirkung im Sinne des Umweltschutzrechts und des Nachbarrechts ein zu beurteilender Schall, der von einer Quelle ausgeht (Emission) und am Ort des Einwirkens (Immission) auf Personen oder Sachen trifft. 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